Handbuch feministische theologie


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Handbuch feministische theologie

Die Herkunft und die Entstehung der feministischen Theologie ist nicht eindeutig. Man kann mindestens 3 Entstehungskontexte unterscheiden:. Die Frauenordinationsbewegung blieb nicht bei der Frage der Ordination stehen, sondern entwickelte sich zur Frauenkirche-Bewegung, griff also ekklisiologische Fragen auf. Weiterhin biete ich die Meinungen der Leuten, die auf irgendwelche Weise mit der Frage der Entstehung des Feminismus als wissenschaftliche Bewegung so erlaube ich mir eine solche Bezeichnung an:.

Frau, die als Pastorin predigt, macht sich bibelwidrig, denn die Bibel sagt eindeutig: die Frauen sollen in der Gemeinde schweigen 1. Die 1. Vollversammlung in Evanston um das Thema der Rolle der Frau in der Gesellschaft erweitert wurde. Die 5. Die Frauenordinationsbewegung ist eine amerikanische Erscheinung. Beeinflusst durch das Reformklima, das das 2. In Europa existierten keine vergleichbare Bewegung; dort entstanden im Umfeld des 2. Vatikanischen Konzils nur einige Einzelinitiativen.

So konnte eine zur Pristerin geweihte Frau als Zeichen einer besseren Zukunft verstanden werden. Dies gilt z. Die Frauenbewegung war die 1.

Die feministische Theologie ist eine seit den späten er Jahren stark gewordene und der Emanzipation der Frau zuzuordnende theologische Richtung. Die feministische Theologie im weiteren Sinn umfasst ein breites Spektrum unterschiedlicher und zum Teil gegensätzlicher Denkbewegungen in verschiedenen Religionen und Regionen der Welt.

Im engeren Sinn wird darunter die christliche feministische Theologie verstanden, die in Europa und den USA im Kontext der Frauenbewegung entstanden ist und wichtige Impulse aus der ökumenischen Bewegung und der Erneuerungsbewegung innerhalb der Katholischen Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil erhielt. Feministische Theologie ist wie die Befreiungstheologie bewusst kontextuelle Theologie, d. Theologie unter besonderer Berücksichtigung der Frauenperspektive.

Das bringt ihr immer wieder den Vorwurf der Parteilichkeit ein: Ist es mit dem wissenschaftlichen Neutralitätsgebot vereinbar, die Bibel mit den Interessensaugen von feministischen Theologinnen zu lesen? Dagegen fragt die feministische Theologie, ob es umgekehrt überhaupt möglich sei, Theologie nicht kontextbezogen zu betreiben. Grundthese der feministischen Theologie ist daher, dass keine Theologie dem wissenschaftlichen Neutralitätsgebot gerecht wurde oder wird, und dass dies auch kaum möglich ist.

Daher postuliert feministische Theologie für sich meist keinerlei wissenschaftliche Neutralität und widerspricht herkömmlichen Theologen, die für ihre Theologie eine solche Neutralität behaupten. Feministische Theologie gibt sich also auch den Auftrag, die zum Ausgangspunkt der Betrachtung gewählten patriarchalischen Strukturen der herkömmlichen Theologie in Geschichte und Gegenwart zu hinterfragen.

Feministische Theologie arbeitet auf allen theologischen Gebieten. Innerhalb der Fächer Altes und Neues Testament bemüht sie sich, patriarchalische Strukturen der Bibel und patriarchalische Auslegungstraditionen sichtbar zu machen. Im Rahmen der Kirchen- und Theologiegeschichte fragt feministische Theologie gezielt nach Frauengeschichte, kritisiert die tradierte Geschichtsauslegung als androzentrisch männerzentriert und deutet androzentrische Geschichtsschreibung um.

Feministische Systematik will Glaubensgrundsätze überdenken, die im Laufe der Geschichte patriarchalische und androzentrische Züge bekommen haben, so z. Teile der Kreuzestheologie oder androzentrische Gottesbilder. In der praktischen Theologie bemüht sich feministische Theologie um Umsetzung des auf theoretischer Basis Erarbeiteten Wie kann man verantwortungsvoll feministisch predigen?

Müssen Seelsorgekonzepte feministisch überarbeitet werden? Wie können Liturgie, Lieder und Texte weniger androzentrisch gestaltet werden? In einer feministischen Ethik werden die Grundsätze christlicher Moral auf ihre genderspezifischen Eigenarten untersucht.

Feministische Theologie ist parteiische Theologie im Sinne der Frauenemanzipation. Es stellt sich jedoch die Frage, in welche Richtung die Frauenemanzipation gehen soll. Wie im Feminismus allgemein entwickeln sich auch in der feministischen Theologie verschiedene Strömungen mit sehr unterschiedlichen Interessen. Der Differenzfeminismus legt Wert auf die Andersartigkeit der Frauen von Männern und fordert eine Aufwertung dessen, was Frauen ausmacht.

Dagegen geht die Gendertheorie davon aus, dass der Unterschied zwischen Männern und Frauen in erster Linie gesellschaftlich bedingt ist. Für die feministische Theologie bedeutet die Zugehörigkeit zu einer der beiden Richtungen ganz andere Zielsetzungen. Soll z. Oder bedeutet das nicht vielmehr, gesellschaftlich bedingte Unterschiede zwischen den Geschlechtern im Himmel festzuschreiben?

Sollen Frauen als Gegenüber zu den Männern in der Bibel wiederentdeckt werden? Eine weitere Frage innerhalb der feministischen Theologie ist die nach der Stellung der Bibel. Wird sie im Ganzen und ohne Fehler als Gottes Wort anerkannt, so lassen sich patriarchalische Denkstrukturen in ihr nicht kritisieren. Die feministische Kritik kann dann nur dort ansetzen, wo Androzentrismus die Auslegungsgeschichte geprägt hat.

Der Textbestand der Bibel aber bleibt weitgehend kritikfrei und wird als Wort Gottes anerkannt. Bereits die Abfassung der Texte erfolgte ihrer Meinung nach unter androzentrischen Gesichtspunkten. Texte, die erkennbar emanzipatorischen Strömungen zuwiderlaufen, werden nicht als heilige Schrift anerkannt. Einige besonders radikale Theologinnen haben sich im Laufe der Zeit ganz vom Christentum distanziert z.

Mary Daly. Verständlicherweise nimmt die Frage, in welchem Rahmen die Bibel das Wort Gottes ist, eine gewisse Breite ein. Bekannte Vertreterinnen einer feministischen Theologie im deutschen Sprachraum sind Elisabeth Schüssler FiorenzaSabine Pemsel-MairDoris Strahm und Sonja Angelika Strube. Die Auslegung biblischer Texte ist bestimmt von der eigenen Frömmigkeitserfahrung, vom sozialen Ort und politischen Selbstverständnis, vom fachlichen Know-how und Erkenntnishorizont der Interpretin.

Insbesondere das eigene Bibelverständnis ist entscheidend für den weiteren Umgang mit den biblischen Texten. Das ist zwar nicht spezifisch für feministische Theologinnen, aber für feministische Theologinnen wird die Frage in vielen Fällen relevanter, als für Theologen herkömmlicher Art. Welche Schlüsse sind aus der Analyse zu ziehen, dass bestimmte Textpassagen einen frauenfeindlichen Hintergrund haben?

Kritische Bibelinterpretationen einzelner Frauen, besonders Mystikerinnengibt es seit dem Mittelalter. Trotzdem mussten Frauen in jedem Jahrhundert von vorn beginnen, weil sie keine Traditionen gebildet haben und nicht institutionalisiert waren. Erst heute ist die feministische Kritik so stark, dass sie nicht mehr wegzudenken ist. Beim Alten Testament handelt es sich nicht um ein Buch, sondern um eine ganze Bibliothek, die zu verschiedenen Zeiten und unterschiedlichen Verfassern in einem Zeitraum von rund tausend Jahren entstanden sei.

Darum gab es hier von feministischen Exegetinnen sehr viel Neues zu entdecken. Die Kritik begann mit der Hervorhebung und Beschreibung zahlreicher Frauengestalten, die in der bisherigen Theologie bes. Dass es mindestens sieben namentlich bekannte Prophetinnen im Alten Testament gab, war schon im Mittelalter bekannt, aber ihre Bedeutung für die israelitische Glaubensgeschichte wurde erst jetzt herausgearbeitet. Für die Erzväter Israels Abraham, Isaak, Jakob wurden die dazugehörigen Frauen hervorgehoben Sara, Rebekka, Lea und Rahel.

Die Bedeutung der Frauen für das Fortschreiten Israels — häufig auch für dessen Rettung — wurde an zahlreichen Beispielen nachgewiesen, so in der Kindheitsgeschichte des Mose Hebammen, Schwester des Mose, Tochter des Pharao. Die negative Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte der ersten Frau in der Bibel Eva, die Verführerin und Ursache allen Übels wurde kritisch hinterfragt.

Anders als im Judentum wurde von dieser Figur her im Christentum ein negatives Frauenbild geformt, das heute noch wirksam ist. Die Kritik gipfelt in einem männlichen Gottesbild, das eigens behandelt werden soll s. Das Neue Testament baut auf dem alten auf; Jesus war Jude und sein Gottesbild ist das des AT: Der Gott des Alten Testaments und der Vater Jesu Christi sind identisch.

So ergeben sich ähnliche Diskurse wie beim feministischen Gottesbild des AT s. Ein zentraler Punkt der feministischen Auseinandersetzung war von Anfang an die Rolle der Frauen in der Gefolgschaft Jesu und in der frühen Kirche. Entdeckt wurde die Bedeutung zahlreicher Frauen im Neuen Testament Maria von Magdaladie Schwestern Maria und Marta von Betaniendie Frau am Jakobsbrunnen u. Diese und zahlreiche Frauen in der jungen Kirche PriskaJuniaPhoebe u.

Zahlreiche feministische Veröffentlichungen über einzelne Frauengestalten wie auch über die neutestamentliche Briefliteratur, die eine Fundgrube für feministische Forschung ist, geben Einblicke in ein frühes Stadium, das noch nicht von männlicher Hierarchie und strenger Geschlechtertrennung dominiert war. Ein wichtiger Bereich der feministischen Theologie ist die Kritik an der Dominanz männlicher Gottesbilder im gesellschaftlich-religiösen Bewusstsein. Diese androzentrischen Vorstellungen Vater, Richter, Herr, der Allmächtige, der Unnahbare, König beruhen lediglich auf den patriarchalischen Gesellschaftsverhältnissen Israels zu Zeit der Durchsetzung des monotheistischen Glaubens.

Eigentlicher Angriffspunkt der feministischen Theologie ist jedoch nicht nur die Dominanz männlicher Gottesbilder, sondern die damit zusammenhängende fehlende oder zumindest: gehinderte Identifikationsmöglichkeit der Frau mit einem Gott-Vater. Das Erfahrungsmaterial, auf dem männliche Gläubige den Vaterbegriff und seine Beziehung zum Sohn verstehen, sei ein völlig anderes als das einer Frau.

Aus diesem Grunde fordern feministische Theologen und Theologinnen heutzutage die Wiederbelebung auch weiblicher und anderer, personaler und nicht personaler Gottesbilder s. Als Produkt des historisch-gesellschaftlichen Kontextes entlarvt und als Hinderungsschwelle der Identifikation für weibliche Gläubige verstanden, stellt sich das Gottesbild letztlich als beidseitig geöffnet dar: Ob nun Vater und Sohn oder Mutter und Tochter der prägende Terminus ist, unterscheidet sich vom Glaubensinhalt her nicht — und somit ist beides möglich.

Feministische Theologie beruft sich unter anderem auf die in der Bibel zwar seltenen, aber dennoch existenten weiblichen Gottesbilder. Diese seien in ihrer geschichtlichen Tradition aufgrund der andauernden männlichen Dominanz verdrängt worden und es sei nun an der Zeit, diese wiederzubeleben und zu Aktiva der Theologie zu gestalten. Hausherrin Wie die Augen der Knechte auf die Hand ihres Herrn, wie die Augen der Magd auf die Hand der Gebieterin, so blicken unsere Augen auf Jahwe unseren Gott.

Sollte ich bis zur Geburt bringen und nicht gebären lassen? Weisheit 6—11 u. In der sog. Weisheitsliteratur, die gemeinorientalisch ist und teilweise nicht im Kanon der Hebräischen Bibel steht, findet sich Sophia als eine vermittelnde Frau, die auch in Schöpfungstexten neben JHWH, dem Schöpfergott, erscheint Sprüche 8; Sirach 24 u. Auch in der Schöpfungstheologie, die in der feministischen Theologie zusammen mit einer feministischen Ökologie neue Akzente setzt, ist sie eine wichtige Gestalt.

Untersucht man, was Menschen für überlieferungswürdig halten, dann fällt auf, dass dies in den historischen Wissenschaften meist die Taten herrschender Männer waren, in wenigen Ausnahmen auch die herrschender Frauen. Das Leben der unteren Schichten, und dort insbesondere der Frauen, spielt in der Darstellung der Geschichte kaum eine Rolle.

Dies trifft auch für kirchenhistorische Personen zu. Dazu gehört zum einen die Aufarbeitung in Vergessenheit geratener wichtiger Persönlichkeiten, zum anderen die Aufarbeitung des kirchlichen Alltags von Frauen. Darüber hinaus sind wichtige theologiegeschichtliche Strömungen wie Mystik und Pietismus entscheidend von Frauen mitgeprägt worden - insbesondere von den vier Kirchenlehrerinnen. Eine Aufgabe der feministischen Kirchen- und Theologiegeschichte ist es daher, das Wirken solcher Frauen genauer zu beleuchten.

Siehe: [22] [23] [24]. Frauenerfahrungen sind der hermeneutische Ausgangspunkt feministischer Theologie. Opfertod Jesu als dem erlösenden Ereignis. Neben der Kritik an den androzentrischen Strukturen systematisch-theologischer Konzepte geht es feministischer Theologie gleichzeitig um deren Re-Vision oder Neuformulierung aus der Sicht von Frauen und ihren Erfahrungen. So werden z. Feministische Theologie, die sich auf einen bestimmten Kontext bezieht und die jeweilige gesellschaftliche und kulturelle Situation von Frauen reflektiert, kann es daher nur im Plural, in einer Vielfalt von verschiedenen kontextuellen Ansätzen geben.

Jahrhunderts ist feministische Theologie mehr und mehr auch interkulturell [34] bzw. Die Arbeitsgemeinschaft Feminismus und Kirchen e. AG ist ein überkonfessioneller Zusammenschluss feministischer Theologinnen aus dem deutschsprachigen Raum.

Sie wurde gegründet und ist ein Netzwerk von Frauen aus unterschiedlichen Kontexten: Schule, Politik, Mitglieder der AG waren Mitbegründerinnen der feministisch-theologischen Streitschrift Schlangenbrut und gaben das Handbuch Feministische Theologie heraus. Seit ist die wissenschaftlich ausgerichtete feministische Theologie in Europa vernetzt durch die ESWTR.

So wird der Zugang zu Informationen vor allem für Mitglieder aus Ländern mit weniger institutionalisierter feministischer Forschung erleichtert. Zudem findet alle zwei Jahre ein europäischer Kongress in wechselnden Ländern statt. Die Interessengemeinschaft feministischer Theologinnen der deutschen Schweiz und Liechtensteins IG wurde gegründet und versteht sich als ökumenisches Forum für feministische Theologie. Sie dient der Vernetzung feministischer Theologinnen und verfolgt das Ziel, die Anliegen feministischer Theologie in den Kirchen und in der Gesellschaft zu vertreten.

Sie fördert Austausch und Diskussion durch regelmässige Weiterbildungsangebote und Tagungen und durch diese Homepage. Zur IG gehören zurzeit Frauen, die sich durch ein Studium, durch Weiterbildung oder auf anderen Wegen in feministischer Theologie kompetent gemacht haben und sich in der Aufarbeitung und Umsetzung feministischer Theologie engagieren. Es gibt zurzeit kaum feministisch-theologische Weiterbildungen für Pfarrerinnen und Pastoraltheologinnen.

Die IG organisiert daher jährliche Weiterbildungen für Theologinnen in der Gemeinde oder in Spezialämtern, die sich für feministische Fragestellungen auf ihrem Arbeitsgebiet oder auf gesellschaftsrelevanten Sachthemen interessieren.